2. Gesamtschule für Mannheim?

Ortsverein


Michalski, Warminski-Leitheußer und Wichmann (v.l.) bei der Veranstaltung

„Längeres gemeinsames Lernen, das ist eine Lösungsmöglichkeit für die Bildungsmisere in Baden-Württemberg“, bezog Claus Wichmann klar Position. Auf seine Einladung hin war die Mannheimer Bürgermeisterin für Bildung und Soziales, Gabriele Warminski-Leitheußer, zu einer Veranstaltung in den Pfaffengrund gekommen.

Aus aktuellem Anlass, die Albert-Schweitzer-Schule soll bekanntlich Werkrealschule werden. Sie berichtete von guten Erfahrungen mit dem MAUS (Mannheimer Unterstützungssystem Schule). Die Stadt stellt Schulen Mittel für Zusatzunterricht zur Verfügung, den sie meist bei der VHS buchen. So wurden z.B. Hauptschüler Anfang des Jahres von einem britischen Muttersprachler unterrichtet – alle bestanden die Prüfung. Im letzten Jahr hatte die Stadt Mannheim 250.000€ dafür in den Haushalt eingestellt, 2010 werden es 350.000 sein. Die Stadt übernehme damit zwar Landesaufgaben, profitiere trotzdem, weil die Zahl der Sitzenbleiber und die der Schulabbrecher gesunken sei. In Heidelberg gibt es mit dem HÜS (Heidelberger Unterstützungssystem Schule) ähnliche Maßnahmen, erläuterte Claus Wichmann. Derzeit stelle die Stadt 149.000€ zur Verfügung. Kultusminister Rau lobt solche Initiativen, weil das Land so Geld sparen kann. „Auf mittlere Sicht muss jedoch das Land überlegen, wie Bildung optimiert werden kann und darf nicht auf Kosten der Kommunen sparen“, so Wichmann. Warminski-Leitheußer kündigte an, Mannheim werde eine zweite Gesamtschule beantragen, da die Stadt diese Schulart für eine der Zielführendsten halte. Da kommt das längere gemeinsame Lernen ja wieder ins Spiel… (Jürgen Huntscha)

 
 

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Blick aus dem Gemeinderat

von Mathias Michalski

Korrekturen in der Politik

Wenige Tage ist es nun her, dass die Heidelberger Bürgerinnen und Bürger einen Gemeinderatsbeschluss korrigiert haben. Es war der zweite Bürgerentscheid in Heidelberg binnen weniger Jahre. Die rechtliche Hürde für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist in Baden-Württemberg hoch, so dass es bewundernswert ist, dass sich soviele Heidelberginnen und Heidelberger für ihre Stadt interessieren. Doch was ist der Grund, dass soviele Bürgerentscheide politische Entscheidungen kassieren? Ist es Politik am Bürger vorbei? Ist es eine mangelnde frühzeitige öffentliche Beteiligung? Oder war es schlichtweg die Tatsache, dass es schwer vermittelbar ist, auf der einen Seite Millionen in die Hand zu nehmen und auf der anderen Seite strikte Sparsamkeit zu predigen? Es war ein deutliches Signal der Heidelbergerinnen und Heidelberger, dass man seine Hausaufgaben nicht vergessen soll, bevor man sich zum spielen mit den Freunden trifft. Das nächste Projekt, welches dringend der Befragung der Bürgerinnen und Bürger bedarf, ist der Neckarufertunnel. Die Entscheidung über dieses Riesenprojekt muss von der Politik direkt in die Hände der Wähler gegeben werden. Die SPD hat sich klar zu einem Bürgerentscheid in Sachen Tunnel bekannt und damit auch ein wichtiges Wahlkampfversprechen weiter vorangetrieben, nämlich mehr direkte Demokratie! Korrekturen durch den Wähler sind für die Akzeptanz der Politik extrem wichtig. Die nächste Chance zur Korrektur, haben die Wähler am 27. März 2011 bei der Landtagswahl.

Die SPD-Fraktion wünscht allen Heidelbergerinnen und Heidelberger erholsame Urlaubs- und Ferientage. Schauen Sie doch einmal beim Sommerfest der SPD Pfaffengrund am 14. August ab 11 Uhr beim Gesellschafthaus vorbei