NEIN zum verkaufsoffenen Sonntag!

Stadtblattbeitrag vom 15.4.2015

Klar. Sie denken, wenn Sie sich die Überschrift anschauen: Wieso hat der Michalski damit so ein Problem - ist ja nichts dabei. Vielleicht aber doch? Am Tag nach dem Heidelberger Herbst schlägt die Stadtverwaltung vor, unter dem Deckmantel eines ‘‘Familienherbstes‘‘ einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen. Rechtlich muss dies wasserdicht festgehalten werden und so wird der Heidelberger Herbst als Sonderereignis argumentativ aufs Schild gehoben. Der Familienherbst besteht aus dem Mittelaltermarkt auf dem Universitätsplatz sowie einem Frühschoppen auf der Neckarwiese – diese fragwürdige rechtliche Herangehensweise soll einen verkaufsoffenen Sonntag rechtfertigen.

Die SPD-Fraktion im Heidelberger Gemeinderat sowie die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD stützt die Argumentation der Gewerkschaft ver.di und lehnt einen verkaufsoffenen Sonntag ab. Nach einem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel arbeitsintensiven Heidelberger Herbst, folgt ein weiterer Tag, der den Beschäftigten zur Erholung und zum Zeitvertreib mit der Familie fehlt. Auch kann man mittelfristig sein Geld nur einmal ausgeben, so dass hier die Grenze der Konsumausgaben nicht nach hinten geschoben wird. Es gibt mittelfristig keine zusätzlichen Umsatzeffekte! Klar, Religion ist Privatsache aber meiner Meinung nach hat der Sonntag einen besonderen Stellenwert, der nicht noch weiter ausgehöhlt werden sollte. Ich finde, dass man den Menschen, die die ganze Woche über für uns im Einzelhandel da sind, uns beraten, uns Sachen verkaufen, einen freien Tag verdient haben. Nach einer harten Arbeitswoche freuen wir uns doch auch über einen freien Tag – dies haben Berufstätige im Einzelhandel auch verdient! Es gibt unter der Woche genug Zeit zum einkaufen und natürlich beschleicht mich die Sorge, dass der Sonntag dauerhaft als Einkaufstag im Einzelhandel etabliert wird – das halte ich für unnötig. Ein Krankenhaus kann man an einem Sonntag nicht zu lassen aber ein Bekleidungsgeschäft sollte man zu lassen – es gibt genug Zeit zum shoppen.

 

Soziale Netzwerke

Counter

Besucher:341628
Heute:16
Online:1