Was bin ich.

Was bin ich.

14.01.2015

Hunderttausende gehen auf die Straße, mit Schildern auf denen steht, „Je suis Charlie“. Mich beeindruckt das und vielleicht hätte man auch nach Paris fahren sollen, liegt es doch näher und schneller erreichbar als Berlin. Abgesehen davon, dass ich vielleicht gar nicht den Mut und das Durchhaltevermögen der mutigen Redakteure der Satirezeitschrift gehabt hätte, geht es darum, dass jeder für ein Miteinander in der Gesellschaft einsteht, wo und wie er kann, denn es ist ohne Alternative.

Ich bin Mathias. Ich bin Katholik und in Polen geboren. Ich gehe sogar in die Kirche. Aber das ist meine Sache. Ich lebe in einem Staat, der mir Freiheit zur und vor der Religion garantiert. Religion ist Privatsache und ich respektiere auch die, die an gar nichts glauben, wie viele meiner besten Freunde. Ich bin Sozialdemokrat und ich bin Gewerkschafter, weil ich glaube, dass man nur gemeinsam die Lebensverhältnisse verbessern kann. Als Ziel, aber auch als Aufgabe, anderen ein Beispiel zu geben, dass Egoismus und Ausgrenzung nur schadet. Das macht mich nicht besser, aber gewiss nicht schlechter als andere. Ich habe keine Befriedigung darin, mich über andere zu erheben und über Islamisierung zu schwadronieren. Und ich benutze mein Hirn und deshalb weiß ich, dass die Strategie der Verbrecher, die sich anmaßen anderen Gewalt anzutun, das Ziel hat, die Gesellschaft zu spalten. Hass anzustacheln und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Und dafür brauche ich keine angsterfüllten Kleinbürger, die meinen sie kämen zu kurz, nur weil die Welt bunter wird. Es geht um oben und unten und es geht um arm und reich. Und es geht um Chancen und um Risiken. Und es geht um Verteilung. Es geht nicht um Ethnie, Religion und jenen, die mit dem Missbrauch dessen genau jenen Gott lästern, indem sie sich etwas anmaßen, was niemandem zusteht.

Ich bin Mathias, und ich bin Katholik, Sozialdemokrat und Gewerkschafter. Aber wer meine Freunde bedroht, macht mich zum Moslem, zum Juden, zum Türken, zum Flüchtling und zum Asylbewerber. Nicht weil ich so toll bin, sondern weil ich wie alle anderen auch Staat bin und nicht zulasse, dass Menschen zu Opfer gemacht werden.
 

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