Die Mischung macht’s

ehrlich gesagt hat es eine gewisse Ironie, wenn der Enkel der britischen Königin nebst Gattin am Donnerstag Heidelberg besucht. Was mich dabei schmunzeln lässt: Die Briten wollen raus aus der EU und wieder mit sich allein sein. Aber der potenzielle Thronfolger besucht eine Stadt, die ohne Internationalität zwar auch schön, aber weitaus weniger erfolgreich wäre.
Von den fast 12 Millionen Besuchern dieser Stadt kommen viele Millionen aus dem Ausland. Fast eineinhalb Millionen Menschen übernachten hier – die Windsors sind nur Tagestouristen. Alle Forschungseinrichtungen, die Universität, das Klinikum und viele mehr würden nicht laufen ohne Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln. Wie bescheuert ist es, nicht EU-Bürger mit Studiengebühren zu belegen. Damit schrecken wir jene ab, die wir dringend brauchen und die uns brauchen können. Bildung darf nichts kosten, basta! Unsere Industrie ist zwar nicht dominierend, aber exportorientiert. Von ABB, Henkel, über Pharma, Getriebe, Lamy bis Zement. Wir brauchen offene Märkte, keine Zollschranken, durchlässige Grenzen und Austausch.
Ich komme gerade aus Polen. Dort glaubt gerade eine Regierung aus einer Mischung von Bevormundung und Isolierung die Zukunft aufhalten zu können. Das geht nach hinten los. Moderne Gesellschaften brauchen gut ausgebildete und selbstbewusste Staatsbürger. Gängelung und Bevormundung zerstört Kreativität. Ohne Freiheit keine volle Leistung.
Vielleicht können wir das in den wenigen Stunden Kate und William näher bringen. Natürlich sind wir nicht perfekt, aber so gut dies zu erkennen. In unseren Städtepartnerschaften steckt zu viel Ritual und zu wenig Innovation. Und sind wir wirklich schon überall bereit fremde Kulturen anzunehmen und die eigenen Werte mit Inhalt zu füllen? Wer wissen will, wie eine Stadt Gewinner der Globalisierung sein kann und das Teil seiner ureigenen Identität ist, sollte Heidelberg besuchen.

 

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